MITO SP525: Erinnerungen an
eine Rennmaschine
"Cagiva Mito " sind Wörter aus dem Rennsport, die es verdienen nach all
diesen Jahren gehört zu werden. Es war 1991 als das Cagiva Mito Logo zum
ersten mal auf dem Leder eines Rennfahrers erschien. Das Leder gehörte Eddie
Lawson, der eine Cagiva, obgleich die 500er, ein Traummotorrad und die beste
in ihrer Kategorie, fuhr. " Cagiva Mito " war das Emblem auf seiner Brust.
Der Name wurde seit 1989 auf der 125 Straßenversion verwendet, die als
Sportmotorrad ohne Verkleidung gebaut wurde, die sie aber ein Jahr später
erhielt. Die 125er, abgesehen von der Freude der jüngeren Fahrer für die sie
bestimmt wurde, gewannen Rennen in der italienischen Sport-Productionklasse.
Sogar Valentino Rossi gewann 1994 seine erste Meisterschaft im Sattel einer
Mito 125. Diese Maschine erfuhr 1995 mit der Einführung des EV-Modells die
ersten Änderungen, womit das Aussehen auf ein neues Niveau gehoben wurde.
Eine Rennversion, die SP (Sport-Production) wurde, wie immer, parallel zu
der Straßenversion entwickelt mit nur sehr kleinen Unterschieden zu einem
GP-Motorrad. Unnötig zu erwähnen, dass diese Maschinen zahlreiche Rennen und
Meisterschaften in der 125er Klasse gewannen. Heutzutage ist die Mito sowohl
im Prinzip, als auch im Design "konservativ". Sie bietet das reine Vergnügen
einen Zweitakter zu fahren, mit einem Sound der an die großartige Cagiva 500
erinnert, selbst wenn sie drei Zylinder weniger hat. Italien feierte die
Erfolge als das Racingbike gewann, besonders als John Kocinsky als Dritter
in der Weltmeisterschaft nach Hause kam. Es sind genau die Erinnerungen an
jene Zeiten, als Motorräder fast ungezähmte Tiere und im Vergleich zu den
heutigen Maschinen kaum zu beherrschen waren, die den Namen der kleinen Mito
wiederbelebten. In Erinnerung an die beliebte Cagiva 500 wurde die “1“ von
125 durch die “5“ ersetzt und die SP525 geboren. Die Zeit bleibt jedoch
nicht stehen und neue technologische Lösungen sind notwendig um die
verschärften Abgasgrenzwerte einzuhalten. Die Herausforderung, die Euro3
Homologation zu erreichen und die sportlichen Eigenschaften der Maschine
beizubehalten war riesig, es war vielleicht die schwierigste Aufgabe während
18 Monate harter Entwicklungsarbeit für die Maschine, die den Namen Mito
tragen soll. Für Cagiva jedoch ist es jetzt ein weiterer Erfolg in Bezug auf
Forschung und Entwicklung.
Aussehen
Wenn die 125er ein Startnummernfeld anstatt eines Scheinwerfers hätte, wäre
es schwierig sie vom legendären 500 Renner zu unterscheiden. Das
stromlinienförmige Profil und die komprimierte Nasenspitze, der
Zwillings-Lufteinlass und die flache Verkleidungsscheibe schaffen eine sehr
große Ähnlichkeit mit dem Cagiva 4-Zylinder. In der Größe gibt es kaum einen
Unterschied, besonders bezüglich der hervorragenden Fahrer-Positionierung
auf der 125er. Das Design des Motorrades wurde umfassend überarbeitet. Die
neuen Doppelscheinwerfer betonen, in Verbindung mit den neu gestalteten
einstellbaren Rückspiegeln, das schmale und kompakte Erscheinungsbild der
Front. Die Tankform bleibt unverändert: Grundsätzlich kantig aber flach auf
der Oberseite mit einem konkaven Verlauf zum Fahrer hin. Aus Sicht des
Fahrers bietet diese Tankform eine höchst effiziente Sitzpostion und Komfort
und betont die neue Linie des Motorrades. Es ist der einzige "ästhetische"
Bestandteil, der von der vorherigen Cagiva Mito bleibt. Die schwarzen
Seitenteile strecken sich vom Tank bis zum neuen Heck, das, speziell auf der
Oberseite, stromlinienförmiger gestaltet ist und exakt die Lackierung der
Wettbewerbsfahrzeuge hat. Beide Seiten der Verkleidung tragen den Schriftzug
Cagiva SP525 und die Verkleidungsscheibe wird mit einer italienischen Fahne
geschmückt.
Das Motorrad wird in fünf Farbvarianten kommen: Cagiva rot, schwarz, weiß,
schwarz/silber und rot/silber.
Ausstattung
- Neuer Euro3-Motor,
- Verkleidungsscheibe, Rückspiegelhalter und Rückspiegel,
- Schaltereinheiten,
- Instrumentierung,
- Scheinwerfer und Blinker,
- Farben und Aufkleber,
- Rahmenheck,
- Heckverkleidung, Seitenverkleidung, Sitzbank.
Wie auf allen Rennmaschinen wird die neue Instrumenteneinheit, auf
vibrationsabsorbierendem Schaum, mit einem elektronischen Drehzahlmesser
montiert, der von den anderen Instrumenten (Tachometer und
Wassertemperaturanzeige) abgesetzt, platziert wird.
Die Warnlichteinheit hat eine eine neue Anzeige: die MIL (" Störung
Einspritzung "). Diese kleine Warnleuchte zeigt Störungen in der
elektrischen Benzinpumpe, am Vergaser oder der ECU an. Die Form der Blinker
wurde geändert, um mit den neuen Scheinwerfern zu harmonieren. Eine andere
unsichtbare Änderung in der Mito SP525 ist die geänderte Positionierung der
Elektrik zur Front des Motorrades. Die ECU, die das Euro3 System steuert,
wurde so positioniert, das unter der Heckverkleidung ein kleiner nützlicher
Stauraum entstanden ist.
Der erste Euro3 Zweitaktmotor
Cagiva ist ungemein stolz darauf, den Zweitaktmotor zu verändern und mit
neuen Technologien zu verbinden. Die Forschung und Investitionen durch die
Firma bedeuten, dass die Tage, in dem das Wort „Zweitakter“ ausschließlich
große Motorleistung bedeutete, vorbei sind. Es bedeutet jetzt auch
Umweltbewusstsein. Das integrierte ECS (Elektronisches Vergaser System)
regelt die richtige Menge des Kraftstoffs (sowohl für Luft/Benzin als auch
Öl) und wurde in Zusammenarbeit mit Dell'Orto entwickelt. Die ECU steuert
auch das Zündsystem. So bleiben die Kosten unter Kontrolle und die
Verkaufspreise erschwinglich. Es verhilft dem 125er Zweitaktmotor zu
Euro3-Standards und erhält dennoch alle Vorteile aufrecht, die
Zweitaktmotoren anbieten können: Leichtigkeit, Leistung und niedrige
laufende Kosten. Die elektronische Kontrolle des Luft/Benzins-Gemisch wird
durch ein Bauteil gesteuert das folgende Komponenten beeinflusst:
- ein PWM-Ventil im Vergaser regelt das Mischungsverhältnis um die Leistung
zu optimieren und schädliche Abgase zu reduzieren,
- eine elektronische Ölpumpe, die eine lange Katalysator-Lebensdauer
sicherstellt, sowie zur Reduzierung der Abgase und zu niedrigeren
Verbrauchswerten beiträgt,
- das Motorzündsystem.
Die ECU ist mit Ein- und Auslaßsensoren und Stellmotoren ausgestattet, die
den Motor in allen Betriebszuständen optimieren. Das gilt auch wenn der
Motor heiß oder kalt ist, während der Startphase und beim Beschleunigen und
Bremsen.
Die Bestandteile sind wie folgt:
- ein Drehzahlsensor,
- ein Drosselklappensensor (TPS) auf dem Vergaser,
- ein Kühlmitteltemperatursensor,
- ein Lufttemperatursensor,
- eine Auslaßschieber Steuereinheit,
- ein Drehzahlmesser und eine Wassertemperaturanzeige in der
Instrumenteneinheit,
- ein Autodiagnose-System mit Warnlampe
Die Reduzierung der Schadstoffe HC, CO und NOX erfolgt durch zwei, im
Krümmer montierten, 3-Wege-Katalysatoren. Der Erste sitzt 70 mm vom
Motorblock entfernt und der Zweite ist weitere 70 mm hinter dem Ersten
positioniert. Zwischen den Katalysatoren sitzt ein Sekundärluftsystem das
eine Nachverbrennung der Abgase durchführt und so den Katalysatoren hilft
die Menge von unverbrannten Kohlenwasserstoffen zu reduzieren. Die neue
Motorkonfiguration hat die Einstellung des Vergasers (Nadel und Düsen) auf
eine Weise beeinflusst, dass die Ausgangsleistung von 11Kw beibehalten, aber
Durchzug und Beschleunigung in niedrigeren Drehzahlen verbessert wurde.
Man ändert einen siegreichen Rahmen nicht
Der Rahmen auf der Mito 125 ist so gut, dass es keine Notwendigkeit gibt ihn
zu ändern. Als die Regelungen noch nicht so streng waren, konnten
Rennmaschinen Geschwindigkeiten von mehr als 190 Km/h erreichen und hatten
eine Motorleistung von fast 40 PS. Während der ganzen Zeit zeigte der von
Cagiva produzierte Aluminiumrahmen nie irgendwelche Zeichen der Schwäche und
es schien eigentlich fast, als ob er einen Motor von über 500 ccm aufnehmen
könnte. Es ist daher keine Überraschung dass viele von Hand gebaute 600 ccm
Viertakt-Einzylinder, die an den “Supermono“ Wettbewerben teilgenommen
haben, einen Mito Rahmen verwendet haben. Die 125 werden jetzt nach dem
Gesetz auf 11Kw (15 PS) beschränkt. Das erklärt, warum der Rahmen unberührt
gelassen wurde. Es gibt keinen Grund nach all den Jahren von Tests und
Feintuning etwas zu verändern.